East meets West, Themen
“Das andere China. Begegnungen in Zeiten des Umbruchs”
eine Veranstaltung der Initiative „East meets West“
Das andere China. Begegnungen in Zeiten des Aufbruchs
Lesung und Diskussionsabend am 12.Februar 2008
mit den Autoren
Jutta Lietsch und Andreas Lorenz
Wie verkraften die Menschen den radikalen Wandel? Welche Folgen sind von dem wirtschaftlichen Aufschwung zu erwarten?
Der Pekinger SPIEGEL-Korrespondent Andreas Lorenz und die freie Journalistin Jutta Lietsch schildern die rasanten Veränderungen und geben einen Einblick in die vielen Widersprüchlichkeiten, dieses Land charakterisieren, in dem Armut und Reichtum, Rückständigkeit und Modernität nebeneinander existieren.
Deutsche Medien melden es nahezu täglich, und viele Wirtschaftsfachleute unseres Landes jubeln: China ist dabei, sich auf den ersten Plätzen im internationalen Ranking der produktivsten Staaten der Welt zu etablieren - mit tatkräftiger Unterstützung deutscher Unternehmen. Rund zehn Prozent beträgt das jährliche Wirtschaftswachstum Chinas, damit steigt die Kaufkraft enorm, und ein exportorientiertes Land wie Deutschland hofft, davon erheblich zu profitieren. Stolz demonstriert der chinesische Staat seine Errungenschaften bei jeder sich bietenden Gelegenheit, und die Olympischen Spiele im Sommer 2008 wird es dazu besonders nutzen. Doch es gibt auch eine Kehrseite dieser Medaille, ein anderes China neben dem glänzenden: Der durch den rasanten Aufschwung erzeugte Druck auf die 1,3 Milliarden Chinesen in Form von Leistungsanforderungen, Konkurrenzkampf und Lärm ist ungeheuer; wer ihm nicht standhält, landet sehr schnell im Aus. Hinzu kommt, dass bei aller wachsender Prosperität die persönlichen Freiheiten der Menschen nicht größer geworden sind, denn China wird immer noch totalitär regiert, der Staat hat weiterhin das alleinige Sagen.
Der Pekinger SPIEGEL-Korrespondent Andreas Lorenz und die freie Journalistin Jutta Lietsch, Korrespondentin verschiedener deutschsprachiger Zeitungen, haben immer wieder für mehrere Jahre in China gearbeitet und leben seit 1999 ununterbrochen dort. Den atemberaubenden Wandel des Landes haben sie dabei aus unmittelbarem Erleben verfolgen können. In ihrem Buch »Das andere China« schildern sie die rasanten Veränderungen, die sie in diesen Jahren im Reich der Mitte erlebten, und geben einen Einblick in die vielen Widersprüchlichkeiten, die ein Land charakterisieren, in dem Armut und Reichtum, Rückständigkeit und Modernität nebeneinander existieren. Die Autoren versuchen dabei Antworten auf drängende Fragen zu finden: Wie verkraften die Menschen den radikalen Wandel? Welche Folgen sind von dem wirtschaftlichen Aufschwung zu erwarten? Werden die Chinesen mit zunehmendem Wohlstand auch ein Anwachsen ihrer Rechte und Mitsprachemöglichkeiten einfordern? Und wie lange wird sich die Kommunistische Partei als einzige Herrschaftsorganisation noch halten können?