Herkunft, Teewissen
“Zur Wiege des Tees: Tee aus China und seine einzigartige Geschmacksvielfalt”
![]()
Die Geschmacksvielfalt des chinesischen Tees ist weitgehend unbekannt, obwohl das Reich der Mitte als Wiege des Tees mit seiner über 5000jährigen Teetradition gilt.
Auch in der heutigen Zeit kann kein anderes Land das Wissen und Fertigkeit aufweisen, diese Bandbreite an Teeklassen zu verarbeiten. Neben dem grünen und schwarzen Tee gilt die Aufmerksamkeit insbesondere den weissen Tees, dem Oolong sowie dem Pu Erh Tee.
Am 17. Januar 2008 um 11:11 Uhr
“Erstaunlich, dass diese Vielfalt von ein und derselben Teepflanze stammt!” so formulierte ein Teilnehmer der Teeakademie seine Erkenntnis des Abends. Natürlich hat sich die Urpflanze Camelia Sinensis über die Jahre unterschiedlichen Klimabedingungen angepasst - im Hochland des Himalaya anders als in subtropischen Regionen im Süden Chinas etwa. Das wahre Geschmacksfeuerwerk jedoch liegt in den Händen erfahrener Teemeister, die für die Verarbeitung des frisch gepflückten Teeblatts verantwortlich sind. Hier entscheidet sich, welche Teeklasse verarbeitet wird und vor allem in welcher Qualität das Ergebnis erstrahlt - als hervorragende Blattqualität oder als gute Mittelklasse bis zur Resteverwertung im Teebeutel.
Die chinesischen Teemeister profitieren von der jahrtausendalten Tradition der Teeverarbeitung, die oft nur mündlich überliefert wird. Daher haben die Geheimnisse der weissen und gelben Tees das Land noch nicht verlassen und auch die Oolong Tee Verarbeitung steckt außerhalb Chinas und Taiwans in den Kinderschuhen.
Der grüne Tee aus China erreichte über Südkorea Japan zu einem Zeitpunkt gebracht, als mit der Dämpfung des Tees als Alternative zur Röstung experimentiert wurde. Diese Verarbeitung ist in den Folgejahrhunderten von den Japanern zur Perfektion weiterentwickelt worden, da der gemüsig-spinatige Grundton die japanischen Geschmacksvorlieben gut traf. Der chinesische grüne Tee dagegen wird weiterhin geröstet und ist sehr breit von seinem Geschmacksmuster.
Der schwarze Tee aus China bietet sehr schöne Alternativen zu seinen viel bekannteren Kollegen aus Indien und Indonesien. Leichter im Grundton und reduzierter an Tee-Koffein-Gehalt überzeugen die Tees auch mit Raritäten wie über Pinienhölzer mild geräucherter schwarzer Tee.
Der Champagner unter Tees für die Chinesen ist der Oolong Tee, der traditionell auch als Teezeremonie gereicht wird, um die volle Geschmacksentwicklung der aufwendig verarbeiteten Teeblätter zu genießen.
Der zu Recht erworbene Ruf des Pu Erh Tees als Fastentee aufgrund seiner entschlackenden Wirkung hatte leider auch den Nachteil, dass mäßige Qualitäten den Geschmack in Verruf brachten. “Muffig und nach Pferdemist riechend” sind auch die ersten Erfahrungen der Teilnehmerrunde damit gewesen. Es fiel jedoch nicht schwer, mit schönen Qualitäten den würzig-erdigen Grundton des überfermentierten Pu Erh Tees zu rehabilitieren. Allein schon aufgrund seiner positiven gesundheitlichen Wirkungen - Magen beruhigend, Energie spendend - sollte diese Spezialität aus dem Süden Chinas (wieder-)entdeckt werden.
Verkostet wurden:
2. Mao Feng super
17. Gabalong
18. Yellow Needle
42. Qilan Wu Yi Shan
44. Golden Needle
52. Lapsang
47. Pu Erh Yunnan