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Teegeschichten
Teekultur in China

Im Gefolge der Teebesessenheit des Kaisers Kang Xi wurden am chinesischen Kaiserhofe große Teefeste gefeiert. Berühmt wurden vor allem die Gartenparties Kaiser Qian Logns, des Enkels von Kang Xi. Er lebte von 1736 bis 1795 und ließ während seiner Regentschaft alljährlich im ersten Monat nach dem chinesischen Neujahrsfest in den kaiserlichen Palastgärten eine Tee-Party feiern, zu der Poeten aus dem ganzen Reich geladen wurden, die dem Tee huldigten. Es war die vielleicht beste Zeit der chinesischen Teepoesie, die bereits zu zeiten Lu Yus in der Tang-Dynastie bekannt war.

Zu Teezeremonien oder auch bei abendlichen Treffen im Teehaus wurden als geistige Erbauung meist kleinere, in poetischen Bildern verpackte Gedichte von Wandermönchen vorgetragen. Die schönsten Gedichte wurden von Kalligraphen aufgezeichnet und sind bis heute erhalten. Ebenso die vielen kleinen Legenden und Anekdoten, die den Tee zum Mittelpunkt haben. Diese über tausendjährige Wertschätzung hat sonst kein Getränk mehr vorzuweisen. Die enge Verbindung zwischen schöngeistigen Künsten und Tee kommt nicht von ungefähr.

Tee gilt bis heute als das Lebenselixier der Intellektuellen und geistig aktiven Menschen. Die metaphysische Dimension machen Tee zu einem Mysterium, bei dessen Genuss man die Niederungen dieser Welt verlässt und auf unsichtbaren Schwingen davonfliegt in ein Reich voller Mythen und Legenden.

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