Teegeschichten
Lu Yu der Teemeister
Als Lu Yu 780 n. Chr. sein gesammeltes Wissen über Tee und seine Zubereitung zu Papier brachte, ahnte er warscheinlich nicht, daß er da gerade ein Standardwerk verfasste, das noch lange Bestand haben sollte. Genauer gesagt über 1200 Jahre. Ende offen.
Er hatte einen Klassiker zustande gebracht: cha ching, das erste umfassende Werk über Tee, seine Herkunft, Geschichte, Wirkung und alles Essentielle, was man über Zubereitungsmethoden und Trinkgewohnheiten wissen sollte.
Soweit, so gut.
Nur: wer war dieser Lu Yu überhaupt?
Grundsätzlich einer der ersten großen Teemeister Chinas. Und – jetzt wird´s kurios: posthum wurde ihm per kaiserlichem Erlass ein wahrhaft erhebender Titel verliehen: er wurde zum Tee-Gott ernannt!
Keine schlechte Karriere für ein Findelkind! Dieser hochintelligente Bursche, adoptiert von einem buddhistischen Mönch, ausgestattet mit einem Faible für die Lehren des Konfuzius – und einem enorm schlauen Kopf, hatte sein Leben dem Tee verschrieben. Für ihn war dieses göttliche Gewächs ein Ergebnis der Verbindung der fünf Elemente: Feuer, Wasser, Holz, Metall und Erde. Damit das Gleichgewicht gewahrt bleibe, legte er deshalb auch ein besonderes Augenmerk auf das Wasser. Denn: „das kochende Wasser ist Richter über das Schicksal des Tees“. Von seiner Qualität und Reinheit mal abgesehen. Für Lu Yu war bspw. das erquickende Nass des Jangtse (es sollte aber dann auch aus der Mitte des Flusses geschöpft werden!!!) ein unabdingbares Muss für die perfekte Teezubereitung.
Der Jangtse… hmm…!
Einige Parameter haben sich zugegebenermaßen in den letzten 12 Jahrhunderten doch verändert. Mittlerweile gibt es da deutlich geeignetere Quellen. Und klarere auch.
Apropos klar: bei einem perfekten Teeritual ging es ihm vor allem um eins: einen ganzheitlichen klaren Genuss, der Sinne und Geist wieder ins Gleichgewicht bringt.